Mats Bergquist - Solo Show


Vernissage: Donnerstag, 23.05.2019, um 18 Uhr

Ausstellungsort:  Galerie Stefan Vogdt, Galeriestraße 2, 80539 München

Ausstellungsdauer: 23.05.- 04.07.2019


„The casting of my hands is empty.
The icons´Madonnas are faded, kissed away.
All that remains is the imprint of a pair of knees,
And so the ship sails on.“[1]
Mats Bergquist

 

Mats Bergquist, ein international agierender und erfolgreicher Künstler, wurde 1960 in Stockholm geboren. Er lebt und arbeitet im italienischen Bassano del Grappa und im schwedischen Nyköping. Zwischen 1978 und 1987 studierte er Kunst und Kunstgeschichte in Stockholm und Paris und wuchs in verschiedenen Ländern auf. Die Arbeit des Vaters, eines Pastors, brachte ihn darunter nach Russland, Polen und China. Seine minimalistischen, kontemplativen Gemälde und Objekte  spiegeln sein Interesse und seine tiefe Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Kulturen und deren Ausdrucksformen wider und üben eine beinahe spirituelle Faszination aus.
 
In der Einleitung des Werkkatalogs, der anlässlich der Einzelausstellung des Künstlers in der Galleria della Fondazione Centrale San Fedele in Mailand erschienen ist, bezeichnet Bruno Corá das Werk von Mats Bergquist als „Reflections on emptiness, light and rest“ [2]und tatsächlich bilden diese außergewöhnlich stillen Bilder und Objekte Projektionsflächen für das Unsichtbare aber Erlebbare. Dieser Eindruck ist die Folge der aufwendigen und traditionellen Technik, derer sich der Künstler bedient und seiner philosophisch lyrischen Herangehensweise an die bildende Kunst. In der von dem Künstler abgewandelten Technik der Enkaustik, ein über eintausend Jahre altes Verfahren der Ikonenmalerei, das schon im alten Ägypten verwendet wurde, sind die meisten seiner Arbeiten entstanden.
Auf einem mit Leinen bespanntem Bildträger aus Holz trägt Mats Bergquist mehrere Schichten aus Leim und Kalk auf. Einige Male wird die Oberflächen bestrichen und glatt geschliffen. Erst durch den abschließenden Auftrag von einer Mischung aus flüssigem Wachs und meist schwarzem oder weißem Pigment, welche ebenfalls in einem langen Prozess poliert werden, erhalten die Bilder und Objekte die typische, teils matte, teils glänzend- atmosphärischen Oberflächenstrukturen, die einen haptischen Effekt erzeugen.
In einem harmonischen Zusammenspiel von Kontemplation, Kunst und dem Prozess des rituellen Schaffens entstehen zeitgenössische Kunstwerke, die uns überall wo wir sie entdecken, einen Zugang zu anderen Dimensionen bieten.

Abbildungen: Mats Berquist, Convex/Concave, 2017, Enkaustik auf Holz, 50x40 cm/ Mano, 2016, Bronze, Originalgröße (menschliche Hand)/The Cross Front, 2017, Enkaustik auf Holz, 75x75 cm/Daruma, 2015, Raku Keramik, unterschiedliche Größen,/ Schadow of a smile, 2014, Enkaustik auf Holz, 50x200 cm, Broken monochrome, 2009, Enkaustik auf Holz, 37,5x 30 cm.

[1] Rest, Mats Bergquist, Catalogo di Mostra nella Galleria della Fondazione Centrale San Fedele, Milano, a cura di/ testidi Bruno Corta, Andrea Dall´Asta, Milano, 2018, S. 93
[2] Ebenda, S. 24
Quelle: Vita Von Wedel - Über tausend Brücken musst Du geh’n
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung - 2012


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