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Winnie Schaak

Zweidimensionale Dreidimensionalität

Gerade Kanten, spannungsvolle Bögen, gewölbte und ebene Flächen kennzeichnen Winni Schaaks minimalistische Körper. Seine Formen sind klar und ausgewogen. Teils erinnern sie an Gebäude, teils an Kreaturen, deren geometrische Formgebung einer starken Lebendigkeit gegenübersteht. Winni Schaaks kleinformatige wie auch seine monumentalen Skulpturen wirken kraftvoll und leicht zugleich, und das, trotz ihres schweren Materials: Bronze oder Edelstahl, meist aber verwendet Winni Schaak den wetterbeständigen Cortenstahl. Dessen feinporige, gerostete Oberfläche hat eine warme, lebendige Ausstrahlung.

Die ursprünglich klaren kubischen Formen der „Kopfkartons“ erhalten durch Biegungen, Drehungen und Durchbrechungen eine enorme Komplexität. Jede Fassung überrascht den Betrachter mit unerwarteten Ansichten. Die Körper erscheinen verrätselt, irritieren, lassen sich nicht erklären. Horizontale und vertikale Geraden tauchen nicht auf, statt dessen sind die Linien und Flächen der „Kopfkartons“ wie auch bei der Serie „Perspektiv“ aus dem rechten Winkel gekippt. Winni Schaak spielt mit der Perspektive, lässt seine räumlichen Körper als Fläche erscheinen. Er sagt: "Mich fasziniert die Zweidimensionalität in der Dreidimensionalität." Planvoll, präzise und mit technischer Perfektion hat er dieses Anliegen in seinen Schweißkonstruktionen umgesetzt und so fesselnde Skulpturen geschaffen.

Cornelia Wichtendahl, Berlin